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Interregionalität

Untertitel:Literaturunterricht an der Grenze zum Elsass
Autoren:Kliewer, Annette
ISBN:978-3-8340-0048-4
Bibliographie:IV, 406 Seiten. Kt.
Bandnr.:0
Preis:48.00
Gruppe:Deutsch

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Beschreibung

Wie erleben Sch√ľlerinnen und Sch√ľler die √Ėffnung der Grenzen zwischen den europ√§ischen L√§ndern? Administrative, wirtschaftliche und politische Barrieren wurden zwar ge√∂ffnet, aber die Jugendlichen sind emotional noch nicht bereit f√ľr eine <132>ffnung zum Nachbarn. Dies zeigt eine empirische Studie zur Selbst- und Fremdeinsch√§tzung von 15-j√§hrigen Jugendlichen in der S√ľdpfalz und im Nordelsass in diesem Band. Auf diese Abwehrhaltung m√ľssen die Schulen der deutsch-franz√∂sischen Grenzregionen reagieren. Dabei wird gefordert, dass nicht nur eine interkulturell ausgerichtete P√§dagogikeingreifen sollte, sondern auch eine interregionale, die die Besonderheiten grenz√ľberschreitender R√§ume in den Blick nimmt.
Insbesondere der Literaturunterricht, zu dessen Aufgaben u.a. die Bildung einer personalen Identit√§t geh√∂rt, k√∂nnte eine wichtige Rolle spielen. Wichtigste Voraussetzung f√ľr einen interregionalen Unterricht w√§re eine Kanonrevision, d.h. auch jene Texte m√ľssten gelesen werden, die nicht dem nationalen Kanon angeh√∂ren, sondern Literaturen von sogenannten Minderheiten - die Migrantenliteratur und die Regionalliteratur. Die besondere Situation an der Grenze verlangte au√üerdem den Blick auf andere Regionalliteraturen und die Nationalliteraturen der Nachbarl√§nder. Die Literaturdidaktik k√∂nnte hier Tendenzen der Entnationalisierung aufgreifen, wie sie auch in der Literaturwissenschaft immer wieder diskutiert werden.
Annette Kliewer zeigt in ihrer Habilitation, ausgehend von ihren Erfahrungen an einem Gymnasium in der S√ľdpfalz, welche Methoden in einem interregionalen Literaturunterricht ab der 5. Klasse verwendet werden k√∂nnten, um diese Kanonrevision umzusetzen. Auf der beiliegenden CD finden sich auf ca.800 Seiten direkt einsetzbare didaktische Unterrichtsreihen jeweils f√ľr die Orientierungsstufe und die Sekundarstufen I und II.
Die pf√§lzisch-els√§ssische Nachbarschaft ist als Modellfall f√ľr eine kulturell gelebte Grenznachbarschaft im heutigen Europa zu sehen, die Ergebnisse der Arbeit k√∂nnen auch auf andere Grenzen √ľbertragen werden. Sie zielen auf eine konsequente Umkehrung der Perspektive innerhalb der interkulturellen P√§dagogik. Trotz vielfacher Gegenbewegungen hat hier immer noch der Ansatz einer Ausl√§nderp√§dagogik Geltung, die darauf zielt, die Fremden in unsere - als homogen erscheinende - Kultur zu integrieren. Bei der Konzeption eines interregionalen Unterrichts geht es dagegen darum, diese Homogenit√§t des Eigenen in Frage zu stellen. Die Arbeit leistet demnach einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Konzepten, die Jugendliche f√ľr die europ√§ische Integration interessieren sollen, zeigt doch die aktuelle Krise des Europagedankens, dass Politik zu lange Zeit die Beteiligung der B√ľrgerInnen vernachl√§ssigt hat.

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